AHRENVIÖLFELD

Ahrenviölfeld - Dorf zwischen den Meeren

Wir wollen unseren Bahnhof wieder haben!!

Bahnhof

Quelle: Joachim Selle

Quelle: Joachim Selle

Die Gemeinden Ahrenviölfeld und Treia haben am 24. April 2019 bzw. am 06. Mai 2019 ihre gut begründeten Anträge auf Wiedererrichtung eines Bahnhaltepunktes in Ahrenviölfeld auf dem Dienstweg über die Ämter in Viöl und Arensharde sowie die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg an den Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein, Herrn Dr. Bernd Buchholz, FDP, als dem Entscheider, versandt. Die Amtsvorsteher der Ämter Viöl und Arensharde und der Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg haben die Anträge mit sehr positiven Stellungnahmen begleitet; der Landrat des Kreises Nordfriesland hat den Antrag unkommentiert weitergeleitet. Mit Spannung haben wir auf die Entscheidung des Ministers gewartet.

Diese traf am 29. Juni 2019 in Form einer ablehnenden Stellungnahme beim Bürgermeister von Ahrenviölfeld ein und sorgte beim Spielenachmittag auf unserem Sportplatz für Enttäuschung und Kopfschütteln bei den anwesenden Bürgern unserer Gemeinde. Daraufhin verfassten die beiden Bürgermeister von Ahrenviölfeld und Treia eine Gegendarstellung mit der Bitte um einen Gesprächstermin im Wirtschaftsministerium, um unsere Argumente dort nochmals zu erläutern. Diese sandten sie am 19.Juli 2019 an den Minister. Der Minister entsprach dieser Bitte und lud am 14.August 2019 die beiden Bürgermeister Raoul Pählich und Stefan Petersen für Freitag, den 04. Oktober 2019, nach Kiel in sein Ministerium ein. Die Studienersteller der Machbarkeitsstudie, Prof. Dr.-Ing. J. Alexander Schmidt und Dipl.-Ing. Joachim Selle durften zu diesem Gespräch mitgebracht werden.

Pünktlich um 12:30 Uhr begann das Gespräch im Ministerbüro. Neben dem Minister und unserer Delegation waren eine Referentin aus dem Verkehrsreferat des Ministeriums und zwei Vertreter der NAH.SH GmbH (der Chef Herr Wevers und ein Referent, Herr Knipping) anwesend. Der Minister kam sehr schnell zum Punkt, und wir hätten eigentlich bereits nach zwei Minuten aufstehen und gehen können; denn der Minister räumte uns von Beginn an keine Chance ein, mit unseren Argumenten auf fruchtbaren Boden zu stoßen. Das Gespräch dauerte insgesamt 80 Minuten und kann mit den fünf nachfolgend aufgeführten Statements des Ministers zusammengefasst werden:

1. Der Wirtschaftsminister hat sich persönlich mit der Problematik beschäftigt und einer Delegation aus Ahrenviölfeld und Treia die Chance eingeräumt, für ihr Projekt zu kämpfen, aber gleich vorausgesagt, dass die Chancen gegen Null gehen würden. Er habe als Minister Steuergelder so einzusetzen, dass daraus der größtmögliche Nutzen entstünde und kein zusätzlicher Schaden.

2. Wenn Zig-Tausende von Menschen in Ahrenviölfeld stehen würden, könnte das den Fördermitteleinsatz für das Projekt rechtfertigen, aber nicht ca. 2.500 Bürger aus den Gemeinden Treia, Ahrenviöl, Bondelum und Ahrenviölfeld. Bei der Reaktivierung der Bahnhöfe an der Trasse Rendsburg-Kiel seien ganz andere Mengen von Einwohnern zusammengekommen.

3. Bei zukünftigen Mobilitätskonzepten verstärkt auf die inflexible Schiene zu setzen, wo die Streckenführung und die Größe der Fahrzeuge festgelegt seien, sei ein Fehler in ländlichen Räumen. Besser wären dagegen flexible Größen der Fahrzeuge, also z.B. der Rufbus. „Das Schienennetz sei dazu da, um größere Orte miteinander zu verbinden und nicht kleine Orte anzubinden“.

4. Bei einer zulässigen Streckengeschwindigkeit von 80 km/h auf der Trasse würde ein zusätzlicher Bahnhalt die Betriebssicherheit und die Anschlusssicherheit in Husum stören. Deshalb sei unter diesen Gegebenheiten ein zusätzlicher Bahnhalt, die sogenannte Sofortvariante aus der Machbarkeitsstudie, nicht möglich.

5. Daher müsste zunächst die zulässige Geschwindigkeit auf 100km/h oder 120km/h angehoben werden, woran die NAH.SH GmbH bereits arbeiten würde. Erst wenn die Beschleunigung realisiert worden sei, könne man ggf. über einen zusätzlichen Haltepunkt nachdenken.

Mit Ausnahme der vier Schaubilder aus unserem Argumentationspapier, die ich während des Gesprächs übergeben konnte und die zumindest für ein kurzes Nachdenken über ihre eigenen Argumente bei den Angehörigen des Ministeriumsund der NAH.SH GmbH sorgten, konnten wir mit unseren Argumenten nicht durchdringen. So machten wir uns, enttäuscht von dem Ergebnis des Gesprächs, wieder auf die Heimreise.

Am Montag, dem 07. Oktober 2019, staunten wir nicht schlecht, als wir als Aufmacher in den Husumer Nachrichten unter der Überschrift „Norden soll Modellregion für Bahnausbau werden“ die Meinung unseres Wirtschaftsministers zur Fortentwicklung der Deutschen Bahn in unserer Region lesen konnten. Viele Millionen sollen in die Hand genommen werden, um die Bahn für die Kunden attraktiver zu machen. Das gilt aber offensichtlich nicht für Bürger, die in kleineren Gemeinden auf dem Land wohnen, wie wir es ja gerade aus seinem Mund persönlich erfahren hatten!

Wir haben daraufhin am 09. Oktober 2019 eine E-Mail an den Minister gesandt, uns nochmals für das Gespräch bedankt und unseren Standpunkt erneut dargestellt. Wir haben darauf hingewiesen, dass die Argumentation des Ministers für uns weder schlüssig noch nachvollziehbar ist. Es geht nach unserer festen Überzeugung heutzutage nicht darum, mit vielen Millionen Euro Eisenbahnstrecken zu elektrifizieren, wenn bereits andere Technologien wie Akkutriebwagen oder Brennstoffzellenantrieb ausgereift und umweltfreundlich zur Verfügung stehen und auch eingesetzt werden. Es geht auch nicht darum, ein wenig durchdachtes Rufbuskonzept, das in einigen Bereichen umgesetzt, in anderen gar nicht angenommen wird, finanziell zu fördern. Es geht auch nach Ansicht bundesweit anerkannter Experten vielmehr darum, vorhandene Ressourcen wie verlegte Eisenbahngleise optimal im Rahmen ihrer Kapazität zu nutzen. Dieses Vorgehen wäre mit Sicherheit im Sinne der Steuerzahler, mit deren Mitteln er als Landesminister, wie er selbst in seinem Eingangsstatement festgehalten hatte, verantwortungsvoll und sachgerecht umgehen, Nutzen mehren und Schaden abwenden müsse.

Der Minister, Herr Dr. Buchholz, FDP, ist mit seiner stadtdominierten Politik einfach nicht auf der Höhe der Zeit. Andere Parteien sind hier deutlich weiter und dichter an den Bürgern auf dem Land, so wie man es z.B. in dem Papier der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vom 13. August 2019 „Verlässlich und klimafreundlich unterwegs auf dem Land die Verkehrswende auch in unseren Regionen umsetzen“ nachlesen kann. So findet sich hier in der Zusammenfassung das folgende Statement: „Bahn: Wir holen die Bahn zurück in die Fläche, indem wir stillgelegte Strecken reaktivieren, mehr Strecken elektrifizieren und so die Anbindung des ländlichen Raumes an die Städte und Metropolen stärken. Wir machen die Bahn zum Rückgrat der Verkehrswende. Mit dem Deutschlandtakt schließen wir das ganze Land gut vertaktet an den Schienenfernverkehr an.“

Unser Projekt der Wiedererrichtung eines Bahnhalts in Ahrenviölfeld ist ohne die Unterstützung des Wirtschaftsministers deutlich schwieriger und vor allen Dingen langwieriger geworden. Wir werden uns aber dennoch weiterhin mit voller Kraft dafür einsetzten und hoffen dabei auf die Unterstützung der uns wohlgesonnenen Politiker!

Hier finden Sie Dokumente sowie Zeitungsartikel zum Konzept und weiteren Vorgehen.

Sachstand Nov 19

Quelle:Joachim Selle

Husumer Nachrichten Okt 19

Quelle: Husumer Nachrichten

Darstellung Sachstand Okt 19

Quelle: Joachim Selle

Machbarkeitsstudie

Quelle: Dipl.-Ing., cand. Dipl.-Wirtsch.Ing. Joachim Selle / Prof. Dr.-Ing. J. Alexander Schmidt

Husumer Nachrichten Mai 19

Quelle: Husumer Nachrichten

Husumer Nachrichten Apr 19

Quelle: Husumer Nachrichten

Amt Viöl Kompakt Apr 19

Quelle: Amt Viöl Kompakt

Moin Moin Apr 19

Quelle: Moin Moin

Kooperationsverbarung von Ahrenviölfeld und Treia

Quelle: Joachim Selle

Kooperationsverbarung von Ahrenviölfeld und Treia

Quelle: Joachim Selle

Moin Moin Kooperation Jan 19

Quelle: Moin Moin

Husumer Nachrichten Kooperation Jan 19

Quelle: Husumer Nachrichten

Schleswiger Nachrichten Kooperation Jan 18

Quelle: Schleswiger Nachrichten

Die Wochenschau Jan 19

Quelle: Die Wochenschau

Husumer Nachrichten - Jahresrückblick

Quelle: Husumer Nachrichten

Husumer Nachrichten Dez 18

Quelle: Husumer Nachrichten

Husumer Nachrichten Nov 18

Quelle: Husumer Nachrichten

Moin Moin Okt 18

Quelle: Moin Moin

Information zur Wiedereinrichtung eines Bahnhaltepunktes in Ahrenviölfeld

Quelle: Joachim Selle

Flyer für Unterschriften-sammlung

Quelle: Joachim Selle

Artikel aus den "Husumer Nachrichten" vom 14.09.18

Quelle: Husumer Nachrichten

Artikel aus der "Moin Moin" vom 19.09.18

Quelle: Moin Moin